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KIEBITZ vom 1.11.07 Claudia Maag
Doppelkonzert in Effretikon: Seite an Seite entlockten Chris & Mike ihren Pianos Klänge von Boogie Woogie, Blues, Soul und Rock'n'Roll. «Bitte heben Sie die linke, dann die rechte Hand. Nun beide Arme in die Höhe und schütteln Sie kräftig», tönt die Lautsprecherstimme. Das Publikum gehorcht, lacht amüsiert, scheint etwas irritiert. Das Ziel ist dennoch erreicht, die Zuschauer vergessen die stressige Arbeitswoche und sind gedanklich im Stadthaussaal in Effretikon angekommen. Pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk begann am Freitagabend die Show von Chris & Mike. Die schweizweit bekannten Tastenakrobaten unterhielten das anwesende Publikum mit ihrem Programm «Nightlive». Tastenakrobatik auf 176 Pianotasten, Improvisationsfreude und eine spürbare Leidenschaft für die Musik prägten ihre Darbietung. Alles an ihnen ist beim Spiel in Bewegung; die Beine wippen, der Oberkörper wiegt sich vor und zurück. Je nach gefühlter Intensität beginnt der Kopf zu wackeln. Ihr Repertoire umfasste neben klassischem Boogie Woogie auch Titel aus Blues, Soul, Pop und Rock. «Konzerte sind Spitzensport: Zweieinhalb Stunden auf der Bühne zu stehen, bedeutet volle Konzentration und körperliche sowie geistige Höchstleigung», so Mike Keller. Einzig ihr Schweiss untermauert seine Aussage, zu lebendig und locker meistern die beiden Brüder den Abend.
Frühe musikalische Laufbahn Während der dritten Primarschule wurde Mike von seinem drei Jahre älteren Bruder vom Instrument Klavier überzeugt. Danach folgten einige Jahre mit Klavierunterricht. Da die im Zürcher Oberland aufgewachsenen Gebrüder Keller mit einem Klavier auskommen mussten und meistens gleichzeit üben wollten, fanden eben vierhändige «Spielereien» statt. Am 16. März 1991 fand der erste Auftritt anlässlich des damaligen «Spektakelmachers» statt. Der Entertainer Chris und der ruhigere Mike ergänzen sich auf der Bühne und stimmlich perfekt. Innerhalb der Lieder lassen sie sich stets genügend Freiraum, um kreativ zu bleiben und musikalische sowie verbale Überraschungen einzuflechten. «Hinter jedem Titel verbirgt sich eine kleine Geschichte, ein Sinn, eine Aktion - dieses Elemente wirken sich stark auf die Umsetzung aus», findet Chris. Mit seinen kleinen Showeinlagen spielt er gekonnt mit dem Publikum. bezieht es mit ein. Ihre Musik begeistert Generationen - vom kleinen Knirps bis zur älteren Dame. Mittlerweile begeistern die beiden ihre Fans seit über 15 Jahren.
Standing Ovations zum Schluss Ganz in Weiss respektive Schwarz hauten die zwei Musiker am Freitag und Samstag in die Tasten. Gekleidet mit glänzenden T-Shirts und faszinierend seltsamen Schuhen, spielten sie ihre Songs. Bemerkenswerte zwei Drittel davon stammten aus Eigenkompositionen. Bis zur letzten Minuten gaben die beiden Brüder alles, das Konzerte konnte gut über zwei Stunden dauern. Zweimal wurden sie vom Publikum zurückgeholt. Der ganze Saal erhob sich, pfiff, stampfte, klatschte wie besessen. Während der Zugaben wurde begeistert gewippt, die Hüften geschwungen; Erwachsene bekamen glänzende Augen wie Kinder in Erwartung von Weihnachtsgeschenken.
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