chris and mike
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ZÜRCHER OBERLÄNDER/ ANZEIGER VON USTER vom 20.5.06
David Kilchör

Chris & Mike begeisterten eine volle Aula der KZO
Unterhaltung pur: Chris & Mike sind ihren Boogie-Wurzeln treu geblieben und haben mit «three nights» dennoch ein facettenreiches Programm präsentiert. Das Publikum war hell begeistert.

Boogie Woogie töne immer gleich, heisst es. Chris & Mike Keller behaupten das Gegenteil und bewiesen es mit einer hochprofessionellen und durchgestylten Show.
Auf der Bühne der KZO Wetzikon standen zwei elektrische Flügel, dahinter waren Schlagzeug, Bass und Gitarren aufgebaut, ein Bläsertrio und zwei hübsche Backing-Sängerinnen ergänzten das personelle Line-up. Dann ging's los: Chris & Mike griffen in die Tasten, als gäbe es kein Morgen. Rasant, virtuos und auch noch mit Slapstickelementen versehen, hackten sie sich durch das vielseitige Repertoire.


Klare Rollenverteilung
Chris ist der typische Entertainer, der Bandleader, der Sänger und auch der Schwätzer. Er war für die verbale Unterhaltung des vollen Saales besorgt. Mike derweilen ist der zurückhaltende Virtuose, der mit atemberaubenden Piano- und Mundharmonikasoli das Publikum zu Szenenapplaus hinriss.
Zugegeben: Die Boogie-Elemente hatten einen stark repetitiven Charakter, sie klangen immer wieder ähnlich, aber der Sound drumherum, der war agil, facettenreich und irgendwie spektakulär. Erinnerungen an Elton Johns frühe Hits, wie "The Bitch is back" oder "Honky Cat", wurden wach, als sie aber zum "Röck'n'Röll Cocktail" starteten, dann schwirrte Jerry Lee Lewis im Hinterkopf herum.


Kurz: spektakulär
Dazwischen streuten die Jungs Instrumentalnummern in allen möglichen Variationen, die in teils unglaublichem Tempo durch die Reihen bretterten. Chris interpretierte in einem Solopart herzergreifend Robbie Williams' Ballade "Eternety", in der er seine stimmlichen Qualitäten auslotete, die wiederum an Elton John erinnerten. Mikes Soloauftritt war Boogie pur, Geschwindigkeit, Rhythmus, Drive. Kurz: spektakulär.
Aber auch die Band war hochkarätig: Da gab es die supersecen Bläser, die den Blues-Nummern ein erfreuliches R-'n'-B-Flair verleihen. Da waren die Soul-Sängerinnen, die jedem Chorus eine Prise Pathos mit auf den Weg geben. Und schliesslich die Rhythm Section, die zurückhaltend eine hochkarätige Leistung ablieferte und so den Nährboden für Chris & Mikes pianistische Ergüsse gab.
In dieser Mischung war es den Effretikern sogar erlaubt, die allzu oft gehörten Songs "House of the rising sun" (Eric Burdon & The Animals) sowie "Rockin' all over the world" (Status Quo) zu interpretieren. Denn es ist das Arrangement, das einen Song ausmacht. Und in diesem Bereich zeigten die Pianisten ein sehr subtiles Händchen - nicht nur, als es um die beiden Klassiker ging.
Die Aufnahmen des Konzertes dürften grossartiges Sound-Material ergeben haben, die daraus resultierende CD könnte durchaus ein Kassenschlager werden. Das Publikum war begeistert, die Show gelungen!

 

 
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